AUF ZWEI RÄDERN ODER ZU FUSS IN LUZERN SÜD UNTERWEGS

Luzern Süd ist im Wandel. Aus dem alten Bahn-Trassee der Brünigbahn wurde der Velohighway – eine direkte Achse für Fussgänger und Velofahrer. Dieses erste abgeschlossene, grosse Transformationsprojekt zeigt, wohin die Reise geht.

Mehr als hundert Jahre lang rollten auf den Gleisen die Züge vom Brünig, von Sarnen und Stans nach Luzern. Seit Kurzem fahren dort Velos von und nach Luzern Süd. Und schon in naher Zukunft werden hier neue, lebendige Quartiere entstehen und ihre Bewohnerinnen und Bewohner auf diesem Weg nach Kriens, Horw und Luzern spazieren oder radeln. Das ehemalige Trassee der Zentralbahn hat sich in den vergangenen zwei Jahren komplett gewandelt. Der neue Velo- und Fussweg bietet eine direkte und rasche Verbindung für nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmende.

Highway für alle, die es direkt mögen
Nachdem die Zentralbahn 2012 eine unterirdische Linie erhielt, wurde das brachliegende Trassee zum drei Kilometer langen sogenannten Velohighway umgestaltet. Seit Dezember 2016 gehört der fünf Meter breite Weg nun den Fussgängerinnen, Velofahrern und Inlineskatern. Er ist unterteilt in einen drei Meter breiten Rad- und einen zwei Meter breiten Gehweg. Dies ermögliche es, auf die verschiedenen Geschwindigkeiten Rücksicht zu nehmen. Dieser Highway für alle, die es direkt mögen, beginnt in Luzern beim ehemaligen Hallenbad und endet beim Bahnhof Mattenhof.

Das Gebiet Luzern Süd lag ursprünglich weit von den Ortskernen Kriens, Horw und Luzern entfernt. Die Allmend und ein paar Bauernhöfe prägten das Bild. Die erste Transformation erfolgte 1889, als der Streckenabschnitt Alpnach – Luzern der Brünigbahn zusammen mit dem neuen Loppertunnel eröffnet wurde. Das letzte Teilstück am Fusse des Pilatus, das durch eine sumpfige Moorlandschaft führt, wurde dank dieser Erschliessung zu einem attraktiven Standort. In den folgenden Jahrzehnten siedelten sich in nächster Nähe Industriebetriebe an – etwa die Brauerei Eichhof oder die Ziegelei Horw. Später kamen Wohngebiete, das Militär und die Fussballfelder dazu und ab den 1950er-Jahren die Autobahn und Gewerbezonen.

Der Velohighway ist das erste, wichtige Transformationsprojekt in Luzern Süd, das fertiggestellt und eröffnet ist. Es zeigt, wohin die Reise im neuen Lebensraum Luzern Süd geht. Auf den Gleisen, auf denen früher neben Personen, Ziegelsteine, Kies oder Bierfässer transportiert wurden, sind nun Menschen mit dem Velo oder zu Fuss zur Arbeit oder in die Freizeit unterwegs. Luzern Süd wandelt sich in kleinen Schritten von einer Industriezone zu einem zeitgemässen Wohn-, Denk- und Werkplatz. Der neue Velo- und Fussweg bringt Menschen voran, schafft Vernetzung und steht für den Wandel des Gebiets am Fusse des Pilatus.

Lebensraum im Wandel

Transformation in Schritten

Am Fusse des Pilatus, eingebettet zwischen Sonnenberg, Bireggwald, Horwer Halbinsel und Vierwaldstättersee liegt Luzern Süd. Die ehemalige Moorlandschaft hatte sich im 20. Jahrhundert zu einer Industrie- und Gewerbezone entwickelt – nun entsteht daraus der neue Lebensraum Luzern Süd. Im Grenzbereich der Gemeinden Luzern, Horw und Kriens gelegen, sind zahlreiche Entwicklungs- und Bauprojekte geplant oder im Gange. Diese Transformation wird schrittweise und über mehrere Jahrzehnte realisiert. Ziel ist es, die Areale nachhaltig zu entwickeln und eine für die ganze Region attraktive, neue Lebenszone zu schaffen.

Wir zeigen den Wandel von Luzern Süd vom Grenzland zwischen den Gemeinden zum lebendigen Stadtraum anhand von Beispielen. Dazu publizieren wir gedruckt und online regelmässige Updates zu neuen Transformationsprojekten. Den Anfang macht der Wandel des alten Zentralbahntrassees zu einer attraktiven Achse für Velofahrer und Fussgänger.