Mattenhof: Aus der «Haltestelle» wird ein Bahnhof

In den südlichen Gemeindegebieten von Kriens geht die Entwicklung rasend schnell voran. Die dort und im angrenzenden Gemeindegebiet von Horw neu entstehenden Wohn- und Arbeitsgebiete sollen verkehrstechnisch zeitgemäss erschlossen sein. In den kommenden Jahren wird die Infrastruktur dafür gebaut. So unter anderem der Ausbau des Bahnhofs Mattenhofs.

Bis ins Jahr 2004 war Kriens die grösste Schweizer Gemeinde ohne eigenen Bahnanschluss. Dementsprechend wurde damals die Eröffnung der Haltestelle «Mattenhof» gefeiert. Heute ist der S-Bahnanschluss unverzichtbar. Mit Blick auf die enorme Entwicklung in diesem Gebiet erst recht. Rund um die einstige «Haltestelle Mattenhof» und den Bahnhof Horw entsteht nämlich ein neues Zentrum mit Wohn- und Arbeitsplätzen für 10'000 bis 15'000 Menschen. Für die Menschen, die dort dereinst leben und arbeiten werden, ist der S-Bahnanschluss wichtig. Und in der Vermarktung der Wohnungen und der Geschäftsräume ein zentraler Standortfaktor. Deshalb wird aktuell mit Blick auf den Endausbau des Gebietes auch am Ausbau der Bahninfrastruktur gearbeitet. So soll ab 2021 eine neue S-Bahn Linie 41 zwischen Luzern und Horw verkehren und das Bahnangebot weiter verbessern. Dieser Ausbau der S-Bahn zu einem Shuttlezug ist neben der Erweiterung der Buslinie 14 (zum Bahnhof Mattenhof) und einem möglichen Ausbau der Buslinie 14 mit Gelenkbus ein wichtiger Teil der von der Politik geplanten Massnahmen zur Optimierung der ÖV-Infrastruktur.

Ausbau Bahnhof Mattenhof

Im Rahmen dieses Projektes wird auch die Haltestelle Kriens Mattenhof umfassend modernisiert und zu einem eigentlichen Bahnhof ausgebaut. Die Reisenden erhalten grössere Aufenthaltsflächen und bessere Informationsmöglichkeiten. Im Bahnbereich werden die Perrons auf beiden Seiten um je 20 Meter verlängert. Diese Perrons werden grösstenteils gedeckt sein, was ein witterungsgeschütztes Ein- und Aussteigen ermöglicht.  Dazu wird eine neue, zentrale Personenunterführung mit Rampen bzw. einem Lift gebaut. Der heutige «Umweg» der Reisenden über eine der beiden bestehenden Unterführungen beim Bocciadromo oder beim Brändi wird damit in absehbarer Zeit entfallen, was die Verbindung von Bahn und Bus auch für Menschen mit Kinderwagen oder Rollstuhl deutlich vereinfacht. Die beiden bestehenden Unterführungen bleiben erhalten. Im Bereich der Perronanlagen werden in einer zweigeschossigen Anlage rund 480 Veloabstellplätze erstellt.

Umsteigen auf Busse vereinfachen

Der Bahnhofplatz im Mattenhof erhält insgesamt eine grosse Bedeutung. Die dichte Bebauung mit Wohn- und Arbeitsraum, aber auch die dort geplante Realisierung der Pilatus Arena stellen an die städtebauliche Entwicklung hohe Ansprüche. Dieser Bahnhofplatz wird dereinst der Knotenpunkt der Buslinien sein, welche die Passagiere in die angrenzenden Quartiere bringen werden. Ein komfortabler Busbahnhof soll die Verknüpfung von S-Bahn und Buslinien sicherstellen und das Umsteigen erleichtern. Die Haltekanten der Busse werden zukünftig direkt an den überdachten Zugsperrons liegen – selbstverständlich weitgehend hindernisfrei. Grundsätzlich wird der neu entstehende Bahnhofplatz verkehrsfrei sein. Neben Bussen werden dort nur Fahrten für Anlieferungen möglich sein, um die Aufenthaltsqualität des Platzes zu fördern. Und trotzdem soll auch die Anbindung des Strassenverkehrs sichergestellt werden: Auf dem Areal soll es «Kiss and Rail»-Zonen geben, an denen das Umsteigen vom Privatauto auf den ÖV in unmittelbarer Nähe zu den ÖV-Linien ermöglicht wird (das Auto aber im Gegensatz zum ‚Park and Ride’ nicht parkiert wird, sondern wieder weggefahren werden muss).

Die Ausbauarbeiten für den neuen Bahnhof Mattenhof werden in den kommenden Jahren schrittweise vorgenommen. Bis Ende 2017 wird ein Bauprojekt mit Kostenvoranschlag ausgearbeitet, damit im Jahr 2018 das Plangenehmigungsverfahren durchgeführt werden kann. Die eigentlichen Arbeiten an der Bahninfrastruktur sind von 2019 bis 2021 geplant und sollen den ordentlichen Bahnverkehr nur kurzzeitig behindern. Die aktuell laufenden Planungsarbeiten werden auch die Kosten detaillierter auflisten. Am Gesamtausbau beteiligen sich neben dem Bund, der Kanton Luzern sowie die Gemeinde Kriens, und die Stadt Luzern). Ebenfalls beteiligt sind Private: die Zentralbahn im Rahmen ihres Leistungsauftrages, und die Investoren der Grossprojekte (Mobimo, Eberli AG).

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