Lebensraum im Wandel: interkommunale Zusammenarbeit LuzernSüd

Der Gemeindeverband LuzernPlus ist der anerkannte regionale Entwicklungsträger für die Gemeinden der Region Luzern. Er nimmt ihre Interessen gezielt wahr und vertritt sie wirkungsvoll gegenüber dem Kanton, dem Bund sowie anderen Organisationen und den Grundeigentümern und Arealentwicklern. "architektur, bauen + handwerk 2018/19 zentralschweiz" stellt die Planungen in LuzernSüd vor und hat mit Thomas Glatthard, dem Gebietsmanager LuzernSüd über die neuesten Entwicklungen in dem Gebiet gesprochen.

Architektur Zentralschweiz: Welche Projekte von LuzernSüd werden bis zum Jahresende 2018 abgeschlossen sein?

Thomas Glatthard: Der Velohighway ist bereits in Betrieb, die erste Etappe des Schweighofs ist bereits bezogen. Bis Ende 2018 sind der Mattenhof und das Hochhaus Horw Mitte im Rohbau fertig. Die Planungen der beiden Bahnhofausbauten Horw und Kriens-Mattenhof sowie der Pilatus Arena und weiterer Wohnsiedlungen werden ebenfalls abgeschlossen.

Architektur Zentralschweiz: Bei dem Projekt handelt es sich sowohl städtebaulich als auch politisch um eine Mammutaufgabe, an der private Investoren als auch drei Kommunen arbeiten. Ergeben sich daraus Konflikte?

Thomas Glatthard: Die Herausforderung ist es, die politischen Entscheide der drei Gemeinden zu koordinieren und die Spielräume und zeitliche Abfolge der Investorenentscheide zu gewährleisten. Daher wurde bereits zu Beginn der Planungen 2010 der Gemeindeverband LuzernPlus mit der Koordination durch das Gebietsmanagement beauftragt. Dies hat sich bewährt. Als Gebietsmanager bin ich in ständigem Kontakt mit den Gemeinden, den Investoren und der Bevölkerung. Aufkommende Konflikte können so frühzeitig gelöst werden.

Architektur Zentralschweiz: Sie beziehen im Rahmen von Workshops die bereits ansässigen Bewohner mit ein. Wie hoch ist die Akzeptanz des Projektes, gibt es auch Konkurrenzdenken in Punkto Standortvorteile oder Infrastruktur?

Thomas Glatthard: Das Interesse der Bevölkerung steigt mit dem Baufortschritt und ist besonderes bei Verkehrsfragen hoch. Der Einbezug aller Akteure und der Bevölkerung ist jetzt besonders wichtig, um ein Miteinander der bestehenden und neuen Quartiere zu gewährleisten. Alle sollen vom erweiterten Öffentlichen Verkehr, Läden- und Freiraumangeboten profitieren können.

Architektur Zentralschweiz: Kann man bei LuzernSüd schon von einer Marke sprechen und wenn ja, was macht sie aus?

Thomas Glatthard: Die Marke LuzernSüd hat sich im nationalen Standortwettbewerb etabliert. In den Gemeinden sprechen wir eher von den einzelnen Quartieren, die identitätsbildend sind. Gemeinsames Merkmal ist die hohe Wohnqualität und gute Erschliessung, der vielfältige Nutzungsmix und die vielfältigen Kultur-, Sport und Naherholungsmöglichkeiten.

Architektur Zentralschweiz: Sie sprechen von einer Transformation in kleinen Schritten. Wann wird das Projekt aus heutiger Sicht endgültig abgeschlossen sein?

Thomas Glatthard: Die Planung LuzernSüd zeigt auf, wie sich das Gebiet als Ganzes in den nächsten 20 bis 30 Jahren entwikkeln kann. Zahlreiche Areale sind im Bau und in der Planung. Je nach Wirtschaftsentwicklung und Wohnraumnachfrage wird die Umsetzung rascher und weniger rasch erfolgen.

Architektur Zentralschweiz: Vielen Dank für das Gespräch!

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